Aggressive Werbung in der Fußgängerzone
28Februar
2025
Ein Bummel durch die Fußgängerzone sollte entspannt und ungestört sein. Doch was, wenn Verkäufer hartnäckig um Ihre Aufmerksamkeit buhlen? In Baden-Baden sorgt genau das derzeit für Zündstoff. Wo endet charmante Kundenansprache und wo beginnt aufdringliche Belästigung? In unserem neuesten Artikel gehen wir dieser Frage nach und beleuchten ein Thema, das die Meinungen spaltet. Geht diese forsche Werbung zu weit?
Ein Bürger sprach mich an, dass er sich in der Fußgängerzone durch aufdringliche, arabisch aussehende Verkäufer belästigt fühle. Diese haben ihn beim Vorbeigehen bedrängt, doch etwas aus ihrem Angebot zu probieren. Als er ablehnend weiter ging und klarmachte, dass er nichts haben wolle, schimpften sie ihm in ihrer Landessprache nach. Er vermutete, dass dies sicher keine freundlichen Worte waren.
Spezialitätengeschäft der Ladenkette „SumSum“
Die Ladenkette agiert international in vielen Ländern und ist seit einiger Zeit eben auch in Baden-Baden aktiv. Um mir ein Bild zu machen, ging ich selbst am Geschäft vorbei. Tatsächlich standen in der Eingangstür zwei Verkäufer mit einem Tablet, sprachen mich aber nicht an, obwohl sie sich offensichtlich über mich unterhielten. Den Grund für ihre Zurückhaltung vermutete ich darin, dass mein Schäferhund mich begleitete.
Weitere Testläufer wurden angesprochen
Ich bat noch weitere Personen, einen Testlauf zu machen und diese wurden tatsächlich von der Eingangstür aus angerufen, etwas zu kaufen. Die Meinungen über diese aggressive Verkaufsmethode waren geteilt. Das subjektive Empfinden reichte von lustig bis unangenehm. Belebt so etwas die Fußgängerzone und verbreitet internationalen Flair oder passt das nicht zum gehobenen Flair in Baden-Baden? Bei einer Testläuferin kamen sogar angenehme Erinnerungen an ihren Urlaub in einem arabischen Land auf. Dort ist es vollkommen üblich, dass die Verkäufer die Passanten in ihr Geschäft locken wollen.
Der Behörde ist das Geschäft nicht unbekannt
Weitere Ermittlungen ergaben, dass das Geschäft schon früher negativ aufgefallen war. Wie sich herausstellte, gingen die Verkäufer früher vor dem Geschäft unter die vorbei gehenden Menschen, stellten sich ihnen in den Weg und boten Häppchen zum Versuchen an. Die Beschwerden häuften sich und die Behörde ordnete an, dass Verkäufer nur noch von der Ladentür aus Werbung durch Zurufen betreiben dürfen. Und wie es aussieht, halten sich die Verkäufer jetzt offensichtlich daran.
Geht diese forsche Werbung zu weit?
Das muss wohl jeder selbst entscheiden. Wen es stört, sollte einfach ohne Reaktion weiter gehen und unangenehme Nachrufe ignorieren. Die Stadtverwaltung scheint mit der jetzigen Regelung zufrieden zu sein. Sollten sich die Beschwerden jedoch häufen, muss neu entschieden werden. Und Sie, liebe Leser? Wie beurteilen Sie diese Verkaufstaktik? Teilen Sie uns doch bitte Ihre Meinung unter info@fbb-baden-baden.de mit.
Tommy Schindler
Stadtrat
FBB-Freie Bürger für Baden-Baden e.V.
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Fotos: FBB-Archiv
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